Innere KonflikteZeigen sich dabei oft als Spannungsfelder zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen – zum Beispiel zwischen Autonomie und Bindung, Nähe und Abgrenzung, Sicherheit und Lebendigkeit. In der Polarbeit geht es nicht darum, einen Pol aufzulösen oder zu überwinden, sondern beide Seiten erfahrbar werden zu lassen. Wenn beide Pole Raum bekommen, kann sich etwas Neues ordnen – nicht durch Entscheidung von außen, sondern aus einer inneren Stimmigkeit heraus. In diesem Zusammenhang bekommen auch
„Symptome
“ ihren Platz: Anspannung, Rückzug, Anpassung, Erschöpfung oder innere Unruhe werden nicht als Fehler betrachtet. Sie sind Ausdruck davon, wie dein Organismus versucht, mit dem Leben zurechtzukommen. In der Gestalttherapie begegnen wir diesen Phänomenen respektvoll und neugierig – als einer Sprache, die verstanden werden will.
Muster erkennen und verändernGestalttherapie als Selbsterfahrung ist ein Weg, alte Muster nicht nur zu erkennen, sondern sie im Kontakt spürbar zu erleben, zu verstehen und zu verändern. Du kannst erleben, wie du Beziehungen gestaltest, welche Rollen du einnimmst und an welchen Stellen du dich zurücknimmst oder kämpfst. Vielleicht bemerkst du, wo du dich anpasst, dich verschließt oder dich selbst verlierst, um dazuzugehören.
Gleichzeitig eröffnet Gestalttherapie Raum für neue Erfahrungen:
Du kannst lernen, dich auszudrücken, Grenzen zu setzen, Bedürfnisse wahrzunehmen und dich zu zeigen – und dabei in Beziehung zu bleiben
Fragen wie diese können dabei zentral werden:
- Was spürst du gerade?
- Was vermeidest du?
- Wonach sehnst du dich?
- Was hält dich zurück?
Quelle / in Anlehnung an: Gestaltinstitut Münster (2018): Gestalttherapie – Fortbildungscurriculum (Stand 20.02.2018)Frank M. Staemmler & Werner Bock (2016) Ganzheitliche Veränderung in der Gestalttherapie